Schottland

 
Schottlandreise Tag 17: Calais

Tag 17: 23.09.2010 Donnerstag

Nach dem Aufstehen und dem lang ersehnten Duschen, gehen wir zum Bäcker und kaufen uns 10 Croissants fürs Frühstück. Ich weiss nicht so recht, wieso wir unbedingt 10 Stück wollten, schließlich ist ein frisches Croissant vom Bäcker nicht gerade günstig. Mit zwei großen Tüten bepackt geht es wieder auf den Campingplatz. Tollen Joghurt löffelnd, Marmeladen- und Schoki-Croissants mümmelnd und Pflaumen essend (Socke mag angeblich kein Obst), planen wir den Tag. Leider ist es nicht so sonnig und warm wie am Vortag.

Fotoausstellung

Also schlendern wir erst einmal durch Calais. Auf der Suche nach einem Laden, in dem man schöne Postkarten bekommen kann, stoßen wir auf eine Tierfotoausstellung in einem Park.

Über das Fort von Calais gelangen wir nach einer kleinen Stadttour zurück in die Innenstadt. In einer Art Hauswarenladen stoßen wir sogar auf Spiritus. Mit neuem Brennmaterial versorgt, beschließen wir am Abend Spaghetti zu kochen. So decken wir uns im Supermarkt mit Bier und geriebenem Käse ein. Es fängt leicht an zu nieseln und Socki läuft schonmal vor zum Campingplatz. Ich gehe noch in den Schreib-Postkarten-Souvenir-Laden und nach einigem Zweifeln und Überlegen, kann ich mich doch zu ein paar Karten durchringen. Kann es denn so schwierig sein schöne Postkarten zu entwerfen? *grummel* In grausigem Französisch und mit fuchtelnden Gesten versuche ich dem Ladenbesitzer begreiflich zu machen, dass ich noch Briefmarken nach Deutschland benötige. Ich vermute, er gab mir zu verstehen, dass er nur noch Briefmarken für Briefe hätte. Dies würde zumindest den hohen Preis erklären. Was er aber tatsächlich gesagt hat, wird wohl ein Rätsel bleiben.

bis zum Horizont

Wolkeninferno

Als ich endlich auch wieder am Campingplatz bin, laufen wir weiter zum Strand, da der Himmel so toll ist und die Sonne golden zwischen den Wolken hervor scheint und zum fotofieren einlädt. Wir nehmen auch noch den Klappspaten mit. Es ist Ebbe und Socki fängt nahe der Wasserlinie an zu buddeln. Doch logischerweise liegt hier der Grundwasserspiegel nicht sehr tief und so wird es nur ein 1m x 1m x 20cm Wasserloch mit Kleckerburg in der Mitte. Auf dem Rückweg holt uns das schlechte Wetter wieder ein. Es regnet. In einer Frites Bude holen wir uns eine Portion Pommes, nur um uns kurz unterzustellen. Als es etwas nachlässt, laufen wir die letzten Meter bis zum Campingplatz. Da es immer noch nieselt, setzen wir uns mit Kocher, Kochutensilien und den Einkäufen unter das Vordach des Duschhäuschens und bereiten unsere Spaghetti mit Napoli zu. Inzwischen ist schon der halbe Biervorrat aufgebraucht (jeder 6 Flaschen). Dies ist allerdings nicht sonderlich schwierig, da die französischen Bierflaschen süße 25cl fassen. So sind sie noch handlicher, als die 0,33er Astraflaschen und … noch schneller leer. Da es allmählich wieder frisch wird, verkriechen wir uns in die Schlafsäcke. Wir wollen noch einen weiteren Tag bleiben.

Buddelsocke

Nomnom Spaghetti

 

Hiermit enden meine Tagebuchaufzeichnungen. An den Folgetagen 18 bis 20 fehlte leider die Zeit und die Motivation das Geschehene auf Papier zu bringen. Damit dies hier aber nicht ein allzu abruptes Ende findet, werde ich versuchen an Hand von Fotos, den Routen (welche glücklicherweise direkt nach der Reise festgehalten wurden) und unserer beider Erinnerungen die wichtigsten Stationen zusammenzutragen und in ein bis zwei abschließenden Blogeinträgen zu veröffentlichen.

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Schottlandreise Tag 16: Dover – Calais

Tag 16: 22.09.2010 Mittwoch

Fuß: 2,4 km     Auto: –    Fähre: 42 km    Lifts: –     Wartezeit: –


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Nach sechs Stunden unbequemen Schlafs in der Arrivals-Lounge mit umherlaufenden und Selbstgespräche führenden Leuten, geht es zum Ticket Office. Für 38 € pro Socke/Schaf kaufen wir die Tickets. (*seufz*)

Kurz darauf werden wir in einen Bus verladen und es werden rote Kärtchen ausgeteilt. Der Bus fährt ein kurzes Stück und alle steigen ohne Gepäck wieder aus, Passkontrolle. Danach wieder einsteigen und der Bus bringt uns ein kurzes Stück zum nächsten Gebäude. Nun dürfen wieder alle aussteigen, diesmal inklusive Gepäck. Alle Metallgegenstände in eine Schachtel, piepen, Gürtel ablegen, nicht mehr piepen. Währenddessen werden auch die Rucksäcke durchleuchtet. Nachdem alle Fußpassagiere abgefertigt sind, geht es wieder in den Bus. Nochmal fünfzig Meter fahren. Wieder alle aussteigen und nun dürfen wir endlich auf die Fähre laufen. Dort gibt man das rote Kärtchen wieder ab. Tadaaaa! Wie? Das war’s schon? Das ist ja einfach. ;)

Hiermit endet auch unser Aufenthalt in England. Trotz unserer Pechsträhne haben wir es geschafft.

Ein Blick auf die weißen Felsen von Dover. Tschüssi England!

Huhu Frankreich!

In Calais strahlt die Sonne vom Himmel und es empfangen uns sommerliche Temperaturen. Über den Markt pilgernd decken wir uns mit Baguette und Tomaten ein. Im Supermarkt nehmen wir noch viele andere tolle Sachen mit. Käse, Butter, ein weiteres Baguette, Salat, Pflaumen und ganz viel Joghurt lassen uns schon regelrecht sabbern. Seltsamerweise ist auf dem Kassenzettel der Preis nach 10 Jahren Euro immer noch zusätzlich in Francs angegeben.

Durchgeschwitzt und lauflahm erreichen wir den Campingplatz. Mein Ausweis wird einbehalten. Bezahlt wird bei Abreise. Wir bauen fix die Zelte auf und machen uns dann über das Essen her. Das Baguette wird mit Salat, Käse und Tomate belegt. Himmlisch!

Die Sonne scheint. Schnell die Zelte aufbauen ...

... und nun gibt es dieses tolle Baguette.

Anschließend laufen wir zum Strand. Es ist immer noch früher Mittag. An Bunkern vorbei, den Dünen folgend, finden wir eine nahezu menschenleere Stelle. Socke will unbedingt ins Meer. Also tappen wir tapfer in Unterhose los. Das Wasser ist saukalt und wunderschön. Nur allmählich wird es tiefer und wir müssen ein Stück laufen. Doch irgendwann springe ich einfach hinein. Das Strickwerk braucht noch etwas länger, bevor es sich gänzlich mit Wasser vollgesogen hat. Ein paar Schwimmzüge und von den Wellen tragen lassen. Leider ist es für einen längeren Aufenthalt doch zu kalt. Wieder am Strand finden wir einen Frisbee, spielen eine Weile gegen den Wind an und plumpsen irgendwann in den warmen Sand. Mit dem Frisbee als Schaufel buddeln wir ein tiefes Loch. Socki fasst daraufhin den Plan, mit dem Klappspaten wiederzukehren.

Hütten am Strand

Licht & Schatten

Allmählich sinkt die Sonne tiefer und wir machen uns auf den Rückweg. Noch einmal beim Supermarkt vorbeischauend, kaufen wir Marmelade, Wein, Schoki (!!!!!!!) und Chipsens. Wieder am Campingplatz bereiten wir das zweite Baguette zu und machen es uns mit dem Wein gemütlich. =)

Viele Fotos und Langzeitaufnahmen knipsend, wird es doch recht schnell kühl und wir verkriechen uns in die Schlafsäcke.

Ein wundervoller Tag… Meer ist so schön…

Nacht am Hafen

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Schottlandreise Tag 14 und 15: Nottingham – Dover

Tag 14: 20.09.2010 Montag

Fuß: 1,1 km     Auto: 222,8 km    Lifts: 2     Wartezeitca. 15 Stunden


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Die Sonne scheint und das Sockentier hat recht behalten: es hat die letzte Nacht nicht geregnet. Die Zelte sind komplett trocken. So macht das Abbauen Spaß! Schnell ist alles zusammengeschnürt und aufgesattelt. Über eine Abkürzung geht es zurück zur Servicestation. Wir füllen die Vorräte erneut auf und versorgen uns mit Cheddar, Wasser, Orangenlimo, Schoko- und Erdbeermilch. Diesmal schmeckt der Cheddar sogar nach Cheddar. Mjamm. Ich nehme noch ein paar Bonbons mit. Der Socke sind sie zu süß. Dabei gibt es „zu süß“ doch gar nicht…

etwa 500m weiter, liegt die Start- und Landebahn des Flughafens

unbedeutende Rechtschreibfehler

Die Milch leeren wir auf dem Parkplatz zur Hälfte und gehen dann zu den Kreisverkehren. Erst haben wir wenig Erfolg, doch nach einem Umzug… *pöff* … ein 33 Tonnen Truck. Unser erster „richtiger“ Truck. Der Fahrer ist halb Brite und halb Jamaikaner, ein echtes Unikat mit Goldzahn, ein Kiffer, wie er im Buche steht. Er raucht beim Fahren das selbst angebaute Weed seines Freundes. Selbstverständlich ist er auch nicht angeschnallt. Seinen Worten nach schert er sich nicht um Gesetzte. Das einzige Gesetz, welches für ihn zählt ist, dass andere nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Er erzählt uns, dass Truckfahrer eigentlich niemanden mitnehmen dürfen. Doch er nimmt jeden mit, der nicht so aussieht, als würde er ihn verpfeifen. Deshalb hat uns also noch kein Truckfahrer mitgenommen.

Socke sitzt gemütlich auf der Bett-Sofa-Kombination. Neben ihm sind die Rucksäcke halb versteckt aufgestapelt. So gehen die Themen vom Rauchen über Bikes, Autos, Fahrstile, Krieg, Witze und britischen Humor.

British people are like the british weather.

So tuckern wir zwei Stunden gemütlich durch die Landschaft bis zur A25, dem Autobahnring um London. Dies ist mit Abstand unsere unterhaltsamste Fahrt überhaupt. Irgendwo um London setzt er uns an einem Kreisverkehr ab. Socke bekommt zum Abschied sogar ein Feuerzeug zum Stopfen geschenkt. Nach einem stärkenden  Frühstücksmittag geht es wieder an die Straße. Warten… Warten… Nach einer Stunde hält eine Christin an. Mit etwas Mühe quetschen wir uns inklusive Rucksäcken in das kleine Auto. Ein wenig durcheinander und mit einem recht unsicherem, typisch britischem Fahrstil folgen wir dem Ring um London. Die Lieder eines christlichen Freundes hörend, geht es bis zur Kreuzung M24, A2. Ich bin recht froh aus dem Auto zu kommen. Der Geruch im Auto war doch ziemlich unangenehm. Eine Mischung aus Schweiß und Parfüm. Socke hat seltsamerweise gar nichts davon mitbekommen.

In London beginnt der Horror. Wir warten stundenlang am Kreisverkehr. Niemand hält an und es wird dunkel. Zelte aufschlagen ist am Rand von London nicht möglich. So warten wir weiter. Ab und an gehen wir zur Tankstelle und versuchen dort unser Glück. Allmählich wird es kalt und der Verkehr nimmt immer weiter ab. Es ist sternenklar und ein fast kreisrunder Mond steht am Himmel. Füchse rennen über die Straße und wir sitzen zu zweit spät in der Nacht auf der Leitplanke an einem Kreisverkehr in London und versuchen weiterzukommen. Es wird noch kälter. Inzwischen haben wir fast alles angezogen, was wir mit haben. So spinnen wir den Fahrer weiter, von dem es am unwahrscheinlichsten ist, mitgenommen zu werden (ein nackiges Weibchen, in einem BMW, welcher zu einem Bully umgebaut ist, gut aussehend, jung, hübsch, attraktiv, mit viel Platz, fährt in unsere Richtung und hat Lust uns mitzunehmen…). Haha. Stattdessen ist nachts in London mehr Polizei unterwegs ist, als alles andere. Wir vermuten, sie spielen Fanger oder machen sich über Funk lustig… oder so.

Hey, schau doch mal nach, ob die zwei Tramper immer noch da sitzen!

An der Tankstelle holen wir uns 4 Dosen Guinness und einen Kaffee fürs Schaf. Socke möchte nur Bier. So überstehen wir die vielen Stunden nach Mitternacht.

Jaaaa, da wollen wir lang....

Guinness, Kaffee, Schild und Kreisverkehr. Was braucht man mehr?

 

Tag 15: 21.09.2010 Dienstag

Fuß: 12,4 km     Auto: 37,0 km    Bahn: 52,2 km    Lifts: 2     Wartezeitca. 7 Stunden


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Einige Zeit später fängt es an zu dämmern und endlich, halb erfroren und nach 13 Stunden warten, nimmt uns ein Tischler mit. So gelangen wir bis zum nächsten Service. Das sind leider nur ein paar Kilometer. Die Zeit reicht nichtmal aus, um sich aufzuwärmen. Doch allmählich geht die Sonne auf. Diesmal werden wir von einem alten Kauz aufgesammelt. Er brüstet sich als aller erstes mit seinen Selbstverteidigungskünsten. Ziemlich abrupt lässt er uns mitten an einer Ausfahrt raus. Sehr sehr seltsam… Nun sind wir etwa 50 km vor Dover. Wir warten. Wechseln die Straßenseite. Warten. Wechseln unser Schild. Warten. Nichts hilft. Gar nichts. Viele Autos kommen vorbei. Doch es hagelt nur negative Reaktionen, wenn überhaupt. Einmal wird sogar eine Plasteflasche mit Milch nach uns geworfen. Die Polizei verweist uns vom Mittelstreifen der Landstraße zum Straßenrand und sperrt sogar kurz für uns die Fahrbahn.

Socke macht eine Verkehrserhebung... nein, eigentlich wartet sie nur seit vieeeelen Stunden.

Gen 15 Uhr nach 6 Stunden erneutem warten ist unsere Geduld am Ende. Bus? Bus! Doch was kostet der? Wir haben schließlich nur noch £ 4,68. Als der Bus ankommt, fragen wir den Fahrer, was eine Fahrt bis zum nächsten größeren Ort kosten würde. Puh £ 4 pro Person… Das wird so nichts. Also müssen wir doch laufen. Wir tappen durch die Sonne und trinken unsere zweite Dose Guinness, die wir noch von der Tankstelle übrig haben. *seufz… das hat irgendwas* Quatschend geht es bis nach Sittingbourne. Die schnellste Verbindung nach Dover scheint der Zug zu sein. Also beißen wir in den sauren Apfel und heben £ 30 ab. So fallen neben dem Zugticket (für je £ 11,30) noch zwei Veggieburger für Socke und Fish&Chips für’s Schafi ab. Was für eine riesige Portion Chips! Obwohl es nur eine „regular“ Portion sein soll, sind wir selbst zu zweit damit überfordert. Im Zug sitzend dösen wir fast ein. Die Beine sind bleischwer. Als wir in Dover aussteigen, ist das Laufen richtig anstrengend und die Pfötchen schmerzen. Leider ist es auch diesmal wieder dunkel und so sehen wir die Kreidefelsen nur schemenhaft.

Als wir am Hafen ankommen… ohje… hat das Ticketoffice für „Foot Passsengers“ schon geschlossen. Nur noch Autos kommen auf die Fähren. Andere Leidensgenossen warten auch oder versuchen einen Lift zu bekommen. Erfolglos. Es ist immer weniger los. Socke versucht es mit der Ansprech-Taktik bei den wenigen Fahrern, die das Schild übersehen haben, dass das Ticketoffice und die Travelerslounge schon geschlossen haben. Ebenfalls erfolglos.

Nun sitzen wir in der „Arrivals-Lounge“. Es ist wenigstens warm. Socke zeichnet und ich schreibe Tagebuch. Gen 6 Uhr soll es weitergehen. Mal sehen. Wir freuen uns schon so sehr auf einen Campingplatz und erfrischendes Duschen. Nach nunmehr 40 Stunden könnte man auch mal wieder schlafen. Schlafen? *eindös*

Wartezeit gesamt: ca. 22 Stunden + 4 Stunden am Ticketoffice in Dover

Socki zeichnet & Schafi hat zwei Tische für das Tagebuchschreiben gestapelt

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Schottlandreise Tag 13: Glasgow – Nottingham

Tag 13: 19.09.2010 Sonntag

Fuß: 7,0 km     Auto: 441,0 km    Lifts: 1     Wartezeit: ca. 3 Stunden 30 Minuten


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Nachts hat es mal wieder viel geregnet. Sehr viel. Der Himmel ist noch grau und das Wasser tropft von den Bäumen auf die die Zelte. Für Socki war es die schlimmste Nacht überhaupt. Er fand keine rechte Schlafposition. Wir hätten doch noch etwas ebeneren Boden aufsuchen sollen.

Update: laut Socki ist das Bild hier völlig fehl am Platz. Aber da der Beitrag sonst gar kein Foto hätte, lasse ich es drin.

Die nassen Zelte werden abgebaut und verstaut. Dann geht es auf den 5 km langen Weg zur nächsten Auffahrt. Unterwegs kommen wir an einer kleinen Kaufhalle vorbei und versorgen uns mit Käse und Brot. Wir nehmen auch ein Stück Butter mit, um das Toast genießbar zu machen. Allem in allem zahlen wir £ 5.18 und laufen weiter.

Die Auffahrt ist ziemlich gut zum anhalten und es kommen genügend Autos vorbei. Trotz alledem brechen wir erneut den Warterekord mit 3.5 Stunden… Schließlich hält doch noch wer und oh Glück, er fährt bis Nottingham. Abgesehen davon, dass Socki nach 10 Minuten mal wieder aufs Klo muss, verläuft die Fahrt recht ereignislos. Eine lange, sehr stille Autofahrt. Ab und an, wenn auch selten, erwischt man Fahrer, die nicht reden wollen. Aber was soll’s, wenn man dafür über 400 km weit kommt. Nach einem langen Stau wird es langsam dunkel. In Nottingham neben der M1 werden wir an einer Service Station herausgelassen. Neben dem Flughafen und zwischen der M1 finden wir nach kurzer Suche eine schöne Stelle für die Zelte auf einem Feldweg. Nach einer Buchstabensuppe geht es in den Schlafsack. Allmählich wird unser Spiritus knapp.

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Schottlandreise Tag 12: Arden – Glasgow

Tag 12: 18.09.2010 Samstag

Fuß: 9,0 km     Auto: 64,7 km    Lifts: 3     Wartezeit: ca. 4 Stunden 30 Minuten


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Sonnenstrahlen im hohen Gras

Wir nutzen die wärmenden Sonnenstrahlen und waschen uns im kalten, klaren Fluss. Seeehr erfrischend. Auf zwei großen Steinen  am Ufer mümmeln wir Frühstück und lauschen dem Plätschern des Wassers. Nachdem die Zelte abgebaut sind, schlagen wir uns durch das Gestrüpp zurück zur Straße. Wenige Zeit später stehen wir schon wieder am Kreisverkehr und müssen gar nicht lange warten. Ein Vater mit Sohn und Hund nimmt uns bis Glasgow mit.

Morgenwäsche mit erfrischendem Flusswasser (man beachte den praktischen Outdoor-Kleiderständer)

*plätscher*

Hier beginnt unsere Pechsträhne. An einer nach Müll riechenden Kreuzung stehen wir lange Zeit erfolglos. Also laufen wir durch die Slums von Glasgow zur nächsten größeren Kreuzung mit Autobahnauffahrt. Ein kleiner VW Bus sammelt uns auf, doch es geht nicht sonderlich weit.

Socke: „There are no seatbelts.“
Fahrer: „Don’t worry. We are not going so fast.“

Kurze Zeit später: 75 Meilen / Stunde … 120 Kilometer / Stunde…

Großes Schild am Straßenrand: „Please fasten your seatbelts.“

An der M74 werden wir rausgelassen. Eine ziemlich schlechte Stelle, wie sich schnell herausstellt. Wir stehen an einem großen mehrspurigen Kreisverkehr ohne Haltemöglichkeit. Ein paar Meter die Auffahrt entlang ist eine kleine Haltebucht. Also versuchen wir es da. Keine Stunde später werden wir von der Polizei wieder hinter das blaue Autobahnschild verscheucht und bekommen den Tipp, es an einer Service Station zu versuchen. Toll… Genau da wollten wir doch hin…

Endlich mal ein Bild beim Trampen: Bitte anhalten!

Nach einer Lageberatung laufen wir weiter bis zur nächsten Auffahrt. Die Wanderung dahin führt durch einen schönen Park entlang Loch Strathclyde. Doch auch die nächste Auffahrt ist nicht besser und ohne Haltemöglichkeiten. Allmählich wird es spät und dämmert bereits.

Leider müssen wir die Reaktionen auf Tramper von Tag 1 in Glasgow um eine weitere ergänzen:

  • Lachen / Auslachen / sarkastisches Daumen-Hoch-Zeichen:
    Erklärung ergibt sich von selbst.

Gerade als wir aufgeben wollen und den Busplan studieren, hält ein Pärchen, denen wir schon vorher aufgefallen sind und die nun gerade vom Einkaufen zurück kommen. Netterweise bringen sie uns ein paar Kilometer bis zur (vermeintlich) nächsten Auffahrt.

Da es schon dunkel wird, schlagen wir uns in den Wald und bauen die Zelte an einem ziemlich abschüssigen Hang auf. Der Boden ist recht hügelig und viel Platz ist zwischen den Bäumen und tief hängenden Ästen nicht. Im Zelt angekommen, bestätigt ein Blick auf das GPS die Vermutung: Diese Auffahrt ist nur einseitig … Richtung Norden … zurück nach Glasgow. Waaah! Bloß nicht zurück nach Glasgow! Also stellen wir uns schon auf eine längere Wanderung am nächsten morgen ein. =)

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