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Liara 3: Sa-anjiá

Sie muss mit ansehen, wie der Regen die Tinte aus den Seiten der erlegten Bücher saugt, hört das Keuchen, das das Papier mit jedem Regentropfen, der es gewaltsam trifft, ausstößt und spürt, wie sich der tobende Wind auf die am Boden liegenden und geschwächten Werke stürzt, um ihnen die durchweichten Blätter auszureißen, wie die Flügel eines Schmetterlings.

Zuckende Blitze erhellen immer wieder für kurze Zeit den Raum. Verzweifelt versucht Liara sich in dem Rauschen, Pfeifen und Donnern zu orientieren. Doch der Wind hat sich inzwischen zu einem tosenden Sturm ausgeweitet. Die Luft ist erfüllt von fliegenden peitschenden Buchseiten. Tiefschwarze Ströme aus Tinte und Farbe fließen die Bücherwände und Buchrücken herab. Erschrocken stellt Liara fest, dass sich ein Regal ächzend in ihre Richtung neigt und droht umzukippen. Wenn sie nicht schnellstens verschwindet, wird sie unter den schweren Seiten und Ledereinbänden für immer begraben werden. Niemand wüsste, wo sie zu finden wär.
Ohne zu zögern springt sie auf und taumelt, gegen den Wind ankämpfend, in die Richtung, aus der sie gekommen ist. Sie weiß, dass ihre kleinen Flügel den starken Böen nichts entgegen zu setzen haben. Als Liara nur kurz hinter einem großen Bücherstapel neue Kraft schöpfen will, hört sie schon das Krachen und Splittern des aufschlagenden Bücherregals. Unbewusst zuckt sie zusammen. Ihr kommt es so vor, als habe das Unwetter ein regelrechtes Eigenleben entwickelt und versuche nun alles Wissen, alle alten Erinnerungen und Träume in den Büchern dieses Raumes zu vernichten.
Keuchend und außer Atem kann sie gerade noch einem weiteren polternd umstürzenden Regal ausweichen. Ein dunkler Schwall Wasser schlägt ihr entgegen und reißt sie von den Beinen. Darauf vertrauend, dass sie nicht gänzlich die Orientierung verloren hat, kriecht sie auf allen Vieren weiter vorwärts. Der Gang zur sicheren Treppe kann nicht mehr weit sein.
Gerade als sie sich hochstemmen will, fühlt sie etwas kaltes, rundliches in ihrer linken Hand. Für einen Moment durchströmt sie ein Gefühl von Zuversicht und Stärke und eine fremde uralte Vertrautheit breitet sich in ihr aus. Ohne recht zu wissen weshalb, umschließt sie den kleinen Gegenstand fest in ihrer Faust, bevor sie sich gänzlich aufrichtet.
Für einen Sekundenbruchteil erhellt ein Blitz den Weg vor ihr. Liara seufzt erleichtert auf. Der Gang liegt schon fast vor ihr. Mit letzter Kraft schafft sie es, dem Heulen des Windes trotzend, den in der Dunkelheit liegenden Torbogen zu passieren.

Der uralte Steingang wird nur noch von einem leichten Windhauch durchstreift. Dagegen ist der Raum hinter ihr von einem ohrenbetäubenden Grollen und Kreischen erfüllt. Ohne eine weitere Pause einzulegen, breitet sie ihre Flügel aus und schwingt sich in die Luft. Schnellstmöglich schwebt sie den Gang bis zur Treppe entlang und begibt sich an halb verfallenen Statuen vorbei, auf den langen steilen Weg hinab. Nach endlosen Stufen, Nischen und Absätzen erreicht sie den Ausgang und fliegt hinaus in die kalte Nacht.

Doch schon nach wenigen Metern hält Liara überrascht inne. Düster liegt der gewaltige Turm Sa-anjiá, der Turm des vergessenen Volkes, hinter ihr. Es herrscht völlige Windstille und über ihr spannt sich ein wolkenloses Sternenzelt.

… weiter geht es bei Socke: „Flucht in die Finsternis“

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Liara 1: Die Kerze

Nur eine einzelne Kerze spendet spärlich Licht und lässt die andere Hälfte des Raumes im Dunkeln liegen. Die Luft ist vom staubigen schweren Duft alter Bücher erfüllt. Bücher, die bis an die Decke gestapelt sind, gehüllt in lederne Einbände, dazu verdammt, für immer zu schlafen.

Es ist vollkommen still. Doch plötzlich bringt ein Lufthauch die Kerze zum flackern, eine huschende Bewegung. War es vielleicht nur Einbildung? Erstarrt hält Liara den Atem an. Hoch oben auf einem der staubigen Bücherregale sitzt die kleine Fee angespannt und lässt das flackernde Licht nicht aus den Augen. Irgendetwas scheint im Wandel begriffen. Gestern war die Kerze noch nicht da und erst recht nicht dieses fremde Licht im Raum. Die Zeit streicht dahin ohne eine neue Regung. Inzwischen hat sich die Flamme wieder beruhigt, kein Flackern mehr. Liara richtet sich auf und schwebt lautlos einige Regalböden tiefer, um sich gleich wieder hinter einer herrausgerissenen Seite zu verstecken. Sie muss näher herankommen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Denn allmählich rennt ihr die Zeit davon, sie dürfte gar nicht hier sein. Doch wäre dieser alte Raum nicht ihr Zufluchtsort gewesen, hätte sie das Mysterium nie entdeckt.

Mit einem Zischen erlischt die Kerze. Vollkommene Dunkelheit breitet sich aus und Liaras Herz fängt an zu rasen.

… weiter geht es bei Socke: „Die Jagd“

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Irisches Wetter

Ein Blick aus dem Fenster…

Ein gleichmäßiges Grau erstreckt sich vom Himmel und verleibt sich in der Ferne den Horizont ein. Feuchte Nebelschwaden wabern gemächlich über die Wiesen. An den Zweigen der Bäume glitzern kleine Wassertropfen. Alles scheint nass und feucht zu sein. Die Art Nässe, die nicht vor hat, schnell wieder zu verschwinden. Die Luft ist kalt und duftet nach Regen, Erde und Moos. Der eigene Atem ist kurze Zeit sichtbar um sich gleich wieder aufzulösen.

Eigentlich fehlt nur noch ein kühles, frisch gezapftes Guinness, eine irische Band in einem engen verrauchten Pub und die abermillionen Schafsköttel auf den grünen Wiesen.

Ein Blick aus dem Fenster ins ferne Irland…

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*kurzes fieps*

Wie vorausgesagt, nehm ich den Hausduft inzwischen schon gar nicht mehr wahr. Erstaunlich, wie schnell sowas gehen kann und das menschliche Gehirn „andauernde“ Reize so gut ausblenden kann. Funktioniert bei Lärm bekanntlich ähnlich.

Ansonsten bin ich nun auch so gut wie wieder ganz angekommen. Alle Klamotten sind gewaschen und im Schrank, Taschen ausgepackt. Was mich etwas wundert ist, dass ich schon wieder dauernd friere. Dabei müsste ich doch inzwischen schon ein, zwei Grad geringere Temperaturen gewohnt sein. Nachts schwitz ich mich dagegen halb zu Tode. Nachdem den halben Tag viele Kerzen brannten, ist es auch ein klein wenig angenehmer geworden… Ich darf nur nicht das Zimmer verlassen *g*.

Das war es schon für heute *davontapps*.

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Weihnachtsreise die Zweite

*bimm bamm bummm bamm*

*Äuglein aufschlag*

*bimm bamm bumm bamm*

*zwinker*

*bimm bamm bumm bamm*

Etwa schon aufstehen?

*bimm bamm bumm bamm*

*Wecker wegdrück*

Ohje ist das kalt… Die Heizung ist um diese Zeit am Wochenende auch noch nicht an. *zöger* *ein Pfötchen aus dem warmen Bettchen streck* Ieks! *schnell wieder einzieh* Will ich wirklich aufstehen? Eigentlich nicht. Aber ich will zur Fee. Zu meiner allerliebsten Fee *freu*.

Ein Blick auf die Uhr. 5:55 mhhh, so langsam muss ich aufstehen.

*Pfötchen wieder zögerlich unter der Decke hervorschieb* *hopps*

Das wäre schonmal geschafft. *ins Bad tappel* Zähne schrubbeln.

Mist, das Wasser ist um die Zeit ja auch noch nicht wirklich warm. Zumindest nicht warm genug um zu duschen. Vati ist auch schon aufgestanden: „Kannst du bitte mal auf den Warmwasserknopf drücken? Danke.“ Erstmal zu Ende packen, bis das Wasser einigermaßen warm ist. Bloß das Feenschaf nicht vergessen. In Gedanken alles nochmal durchgehen. Geschenke eingepackt, Waschsachen eingepackt, was zum Anziehen ist auch da. Sollte alles sein. Schnell unter die Dusche, einen Kaffee hinterschlürfen (mit Baileys Geschmack) und schon geht es los. Die Uhr meint inzwischen was von 6:50. Da alle Ampeln aus sind, kommen wir auch viel zu früh am Bahnhof an. Paps wartet noch bis der Zug da ist und winkt, als das Schaf Richtung Leipzig davonfährt. Allmählich wird der Himmel etwas heller. Es ist wolkenlos. Wunderschön setzen sich die schwarzen Silhouetten der Bäume vor dem noch dunkelblauen Himmel ab. Es geht vorbei an vielen Dächern und in der Ferne wird der Chemnitzer Schornstein immer kleiner. Jetzt müsste man eigentlich eine ordentliche Kamera dabei haben… und ausserdem nicht diese spiegelnde Scheibe im Weg. Wann erlebt man schonmal die blaue Stunde…

Es ist schön warm im Zug. Genau richtig um wieder einzuschlummern. Kurz bevor ich einschlafe kommt schon: „Nächster Halt: Leipzig Hauptbahnhof“. Nun, das ging aber fix. McDonalds hat noch zu. Also fällt der Kaffee erstmal aus. Warten bis der Interconnex kommt.

Mein Sternchen schlummert bestimmt auch noch. In Gedanken wär ich schon viel lieber neben ihr im warmen Feenbettchen, als auf dem kalten Bahnhof. So lange ist es gar nicht mehr. Keinmal schlafen… sozusagen :D. *von der Fee träum* Ich liebe Dich…

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