Schottlandreise Tag 4: Gent – London

Tag 4: 10.09.2010 Freitag

Fuß: 8,8 km     Auto: 263,9 km     Fähre: 42 km    Lifts: 5     Wartezeit: ca. 4 Stunden 30 Minuten


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(Ab und an wird man doch dazu ermutigt die restlichen Folgen von der Schottlandreise zu veröffentlichen, auch wenn es recht viel Arbeit ist. Vielen lieben Dank!)

Kaum stehen wir wieder vor der Tankstelle, werden wir von zwei belgischen Mädels, etwa in unserem Alter, in einem kleinen „Bus“ mitgenommen. Eine Konstellation, die eher selten vorkommen wird. Kurz hinter Oostkamp steigen wir wieder aus.

Ab da verlässt uns erstmal das Glück. Wir warten recht lange (~ 2 Stunden). Socki ist schon am Stöhnen und Ächzen. Doch dann hält doch wer und bringt uns bis Veurne, dem letzten Ort in Belgien vor der französischen Grenze. Doch leider lässt er uns an einem Truck-Stop unweit der Autobahn raus. Eher eine schlechte Stelle. Keine Autos, wenig Trucks… Dabei ist es beim Trampen doch so wichtig, wo man aussteigt. Zu Fuß laufen wir bis zur Autobahnauffahrt. Mit viel Glück nimmt uns doch ein Franzose mit und über die Grenze bis nach Dunkerque.

Doch auch diesmal haben wir wenig Glück beim Aussteigen. Mitten im Industriegebiet stehen wir und direkt hinter das Autobahnschild wollen wir uns nicht stellen, obwohl Platz zum anhalten gewesen wäre. Wer weiß, wie die französische Polizei so drauf ist.

So laufen wir quer durch den Ort mit einem langen Umweg neben der Autobahn her, bis zur nächsten Tankstelle. Mit den schweren Rucksäcken nicht ganz trivial… Doch dann kommt das Glück zurück!

Socki mit Nora-Teddy auf der Fähre

Wir müssen trotz wenig Autos nicht allzu lange warten. Und wer nimmt uns mit? Natürlich ein Niederländer! Wie es scheint, sind die Niederländer die nettesten und mitnahmefreudigsten. =) Direkt bis Calais geht es weiter. Er ist sogar so nett und bringt uns bis zu den Fähren. Eigentlich denken wir, dass eine Überfahr nach GB circa 11 Eur pro Person kosten soll. Zumindest hatten wir das im voraus irgendwo im Internet aufgeschnappt. Weit gefehlt! Die nette Dame am Schalter möchte ganze 37 Eur pro Person haben. Für gerade mal 42km… Also wollen wir es erstmal mit Durchfragen probieren. Die Kosten für die Fähre werden pro Auto berechnet und nicht nach der Anzahl der Personen, die im Wagen sitzen.
Kaum haben wir uns postiert, sehen wir ein deutsches älteres Ehepaar zwischen den Ticket-Offices, vermutlich die Preise vergleichend, umherlaufen. Schnell angesprochen und tadaaaaaaaaa…. wir haben einen Fährplatz.

Beweisfoto mit dezenten Calais-Hinweisen

Nach den Fragen: „Habt ihr kiloweise Drogen dabei, Eure Rucksäcke sind so groß?“ (Natürlich nicht! Wie kommen die nur darauf?!?) und „Werdet ihr gesucht?“ (Selten… kann aber vorkommen…), dürfen wir einsteigen. Ach und beißen tun wir auch erst nach Aufforderung. Kurz darauf, wenige Drogenhunde später, geht es auf die Fähre und wir sind auf dem Weg nach England. Juchhhhhuuuu! Raus aus „Europa“!

Tschüssi "Europa" :D

Auf dem Schiff esse ich erstmal. Es gibt indisches Chicken Tikken Massala, welches ausgesprochen gut ist. Eine „richtige“ Mahlzeit! Ich hatte da schon wesentlich schlechtere Erfahrungen mit dem Fähressen nach England.

Inzwischen sind wir fast da. Die berühmten Kalksteinklippen von Dover zeichnen sich in der Dunkelheit überm Meer ab. Es geht wieder in den Schiffsbauch und zu dem alten schönen Mercedes… Nun auf der linken Seite der Straße fahrend, bringen uns die beiden bis nach Oxted (südlich von London). Ein kleiner Platz für die Zelte in einem kleinen Wäldchen ist schnell gefunden. Durch das Gestrüpp kämpfend sind wir gut versteckt. Kochen fällt wieder aus. Wie kommt die Socke nur mit so wenig Essen aus? Gute Nacht. ;-)

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